01-2014 Jubiläumsveranstaltung 20 Jahre ufh

20 Jahre Unternehmerfrauen im Handwerk Arbeitskreis Härtsfeld-Ipf-Ries e. V. waren Anlass für einen feierlichen Jubiläumsabend und gaben Gelegenheit, die Entstehung und Entwicklung des Vereins Revue passieren zu lassen. Im Landgasthof „Zum Kreuz“ in Dirgenheim begrüßte 1. Vorsitzende Hildegard Landsperger über 70 Gäste, Ehrengäste und Sponsoren mit einem kurzen Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre.  

Gezielte betrieblich orientierte Weiterbildung und damit Kompetenz ist seit der Gründung Aufgabe und Ziel der Unternehmerfrauen im Handwerk. „Seit 20 Jahren versuchen wir immer am Puls der Zeit zu sein“ sagte die Vorsitzende. Den 67 Mitgliedern werde ein breites Spektrum an Weiterbildung geboten. Besonders wertvoll bei den regelmäßigen Treffen sei der Austausch von Erfahrungen und Informationen bei Fragen oder Problemen. Zum Programm gehören aber auch Ausflüge und Reisen wie z. B. die Fahrt nach Berlin oder Brüssel. Fürchteten anfangs viele unserer Männer die Veränderungen, wenn „die Chefin auf Schulung" war, schätzen sie inzwischen die Informationen und Weiterbildung, die die Frauen in unseren Veranstaltungen zu betriebswirtschaftlichen Themen erhalten, meinte Hildegard Landsperger.

 

Auf  Initiative von Unternehmerfrau Heike Schmidt, die mit ihrem Mann eine Sargfabrik in Kösingen betrieb, wurde der Arbeitskreis am 27. Juni 1994 in Neresheim gegründet. Heike Schmidt hatte damals schon erkannt, wie wichtig die Fortbildung und Interessenvertretung der mitarbeitenden Ehefrauen in den Betrieben ist. Außerdem sollten die Leistungen der Unternehmerfrauen in der Öffentlichkeit mehr Anerkennung erfahren.

 

Die Gründungsversammlung war ein voller Erfolg. Immerhin kamen 68 Unternehmerfrauen, aus der Gesamtgemeinde Neresheim, den Räumen Bopfingen und Nördlingen sowie dem Nachbarkreis Heidenheim ins „Landhotel zur Kanne“ in Neresheim. 35 Frauen erklärten ihren sofortigen Beitritt in den Arbeitskreis und wählten Heike Schmidt zu ihrer 1. Vorsitzenden. Neun Jahre führte Heike Schmidt den Arbeitskreis und übergab im März 2003 ihr Amt an Roswitha König. Im März 2006 übernahm Hildegard Landsperger aus Dischingen den Vorsitz. An ihrer Seite die stellvertretende Vorsitzende Angelika Mahler aus Kirchheim.Mit einem kleinen Geschenk wurden die anwesenden Gründungsmitglieder sowie Frauen mit 20jähriger Vereinszugehörigkeit geehrt.

 

Die Glückwünsche vom Landesverband der Arbeitskreise Unternehmerfrauen im Handwerk Baden-Württemberg e. V. überbrachte Präsidentin Ruth Baumann aus Freiburg. Sie berichtete neben anderem  über Aktuelles aus der Arbeit des Landesverbandes, dessen Aufgabe es ist, die Interessen engagierter Frauen aus klein- und mittelständischen Betrieben parteipolitisch ungebunden in Politik und Wirtschaft zu vertreten. Dieser würde sich weiter aktiv und kritisch für das Handwerk einbringen, schließlich stehe er in 32 Arbeitskreisen vor ca. 2000 Betrieben. Sie wünschte dem Arbeitskreis eine erfolgreiche Zukunft und schloss mit den Worten: „Gott schütze unser ehrbares Handwerk und achte auf unser aller Menschenverstand“.

 

Eine hohe Wertschätzung vermittelte Christiane Birnbaum, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Ulm in ihrem Grußwort und würdigte das Engagement der Unternehmerfrauen in Handwerk, Gesellschaft und Politik.  Sie sagte: „Handwerksbetriebe sind ein Schwerpunkt unserer Wirtschaft“. Bundesweit arbeiten in einer Million Handwerksbetrieben fünf Millionen Beschäftigte.  Frauen seien im Handwerksunternehmen Dreh- und Angelpunkt, ohne Frauen ginge gar nichts. In 80 % der Betriebe arbeite die Frau mit, in 20 % der Betriebe ist die Frau die Chefin. Sie seien bereit, in Ihren Betrieben Risiko und Mitverantwortung zu tragen. Christiane Birnbaum betonte: „Diesen Frauen gehört unsere ganze Hochachtung“. Sie wünsche sich: „Dies sollte in der Öffentlichkeit noch mehr gewürdigt werden“

 

Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ostalb, Edgar Horn, freute sich über die bemerkenswerte Entwicklung des Arbeitskreises, den er seit 17 Jahren begleite. Er erinnerte an die hervorragende Zusammenarbeit bei gemeinsamen Projekten wie z. B. der Ausbildung zur „Büroleiterin im Handwerk“. Anerkennung gab es von Edgar Horn für das jährlich angebotene anspruchsvolle Programm. Die Mischung der unterschiedlichsten Gewerke des Handwerks und des Handels im Arbeitskreis sei förderlich für eine konstruktive Vereinsarbeit. Sein Fazit: „Viele Unternehmen wären ohne die Frau nur die Hälfte wert!“

 

Von Anfang an hätten gute Beziehungen zur Kreishandwerkerschaft und Bauinnung Nördlingen bestanden, stellte  der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Nordschwaben Alban Faußner fest. Er erinnerte an den verstorbenen Hermann Luther, der damals Kreishandwerksmeister in Nördlingen war und die Gründung des Arbeitskreises maßgeblich unterstützte. Alban Faußner bekräftigte: „Frauen haben oft Weitblick und sind Rückgrat eines jeden Betriebes.“

 

Hubert Fischinger, Geschäftsführer der IKK classic in Ostwürttemberg lobte ebenfalls die gute Zusammenarbeit mit den Unternehmerfrauen. Er informierte über Neues zu den Beiträgen und lud die Betriebe dazu ein, die Gesundheitsangebote für ihre Mitarbeiter in Anspruch zu nehmen.

 

Viel zu Lachen gab es bei dem anschließenden Auftritt von Ernst Mantel. Er zog alle Register um mit Stimme und Gitarre lebensnahe oder beobachtete Szenen schwäbischer Lebensart und schwäbischer Sprachakrobatik zu präsentieren.Zur Erinnerung erhielten alle Mitglieder einen Stick mit der Vereinschronik und vielen Fotos aus den gemeinsam erlebten 20 ufh-Jahren.

Posted by: A. Stürzl ufh06.11.2015